So spekulierst Du mit Bits und Bytes

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23.07.2021

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Bitcoins sind zwar noch immer nicht in der Mitte der Gesellschaft angekommen, doch trotzdem gibt es schon Alternativen zu dieser ersten Kryptowährung. Seit fast 10 Jahren existiert Bitcoin bereits — und die Kurse steigen stetig weiter. Die Bitcoin-Alternativen versuchen, an diesem Erfolg teilzuhaben. Die Beweggründe für die Entwicklung dieser sogenannten Altcoins liegen häufig in nahezu ideologischen Vorstellungen: Jeder, der eine neue Alternative zu Bitcoin entwickelt oder einen Fork eine Abspaltung erzeugt, ist der Meinung, sein eigenes System würde besser funktionieren.

Der Erfolg von Bitcoin lässt sich vor allem dadurch erklären, dass es die erste Währung dieser Art war. Doch welche Alternativen zu Bitcoin gibt es überhaupt und welche Vor- und Nachteile haben sie? Wenn Sie Begriffe wie Blockchain, Mining und Seed nun zum ersten Mal sehen, ist es sinnvoll, zunächst unseren Artikel zu Bitcoins zu lesen. Dort erklären wir Ihnen ausführlich, wie die Kryptowährung Bitcoin funktioniert und was man damit machen kann. Bitcoin sowie die meisten der Altcoins stammen aus der sehr aktiven Open-Source-Community. Seit Beginn der Entwicklungen rund um Kryptowährungen legten die Beteiligten sehr viel Wert darauf, dass der Quellcode für alle zur Verfügung steht, jeder daran mitarbeiten und damit auch Konkurrenzprodukte entwickeln kann.

Inzwischen können Sie in über Währungen, die wie Bitcoin funktionieren, investieren. Wie bei den meisten Börsenspekulationen besteht allerdings auch dabei die Gefahr, dass Sie Ihr Geld verlieren. Die hier vorgestellten Altcoins haben jedoch allesamt eine recht hohe Marktkapitalisierung. Das bedeutet, dass die rechnerische Summe aller Anteile hoch ist. Dieser Wert ist nicht gleichzusetzen mit dem Preis der Währung. So gibt es Altcoins, die zwar einen sehr geringen Preis haben, aber durch die Masse an Coins im Umlauf eine hohe Marktkapitalisierung erreichen. Das dezentrale System mit dem Namen Ethereum wird seit eingesetzt und die zugehörige Währung hat sich zur Nummer zwei unter den Kryptowährungen gemausert. Das ist wenig verwunderlich, denn der ursprüngliche Entwickler Vitalik Buterin hat vor Ethereum auch an Bitcoin mitgearbeitet. Die Bitcoin-Alternative ist nicht nur wegen ihres inzwischen sehr hohen Werts interessant, sondern auch deswegen, weil das System noch deutlich mehr Möglichkeiten bietet, als nur digitales Geld anonym und sicher zu transferieren. Die Ethereum-Plattform lässt die Erstellung von sogenannten Smart Contracts zu: Diese intelligenten Verträge sind Skripte, die die im Vertrag festgelegten Aktionen automatisch ausführen, sobald die Bedingungen erfüllt sind. Das kann zum Beispiel beim Crowdfunding funktionieren: Geldmittel in Form von Ether werden nur dann an den Kapitalnehmer übermittelt, wenn sich genügend Investoren zusammengefunden haben.

Der Vorteil gegenüber klassischem Crowdfunding ist der, dass der Mittelsmann entfällt. Die Möglichkeiten von Ethereum haben Potenzial, die Finanzwelt strukturell zu verändern. Bisher ist das alles aber noch eine Zukunftsvision. Allerdings wird durchaus schon mit Ether gehandelt, denn auch die Währung von Ethereum bietet einen Vorteil gegenüber Bitcoin. Statt der angepeilten 10 Minuten, die für die Verarbeitung angedacht waren, kann eine Transaktion auch schon mal mehrere Stunden dauern — das ist allerdings immer noch um einiges schneller als eine Überweisung bei klassischen Banken.

Ether hingegen nutzt ein anderes Protokoll. Damit sollen Transaktionen im Sekundenbereich möglich sein. Mit Ether lassen sich inzwischen auch CryptoKitties kaufen: Diese Sammlerstücke basieren ebenfalls auf der Blockchain. Sie lassen sich miteinander paaren und vererben dabei ihre Gene. The DAO ist die Dezentrale Autonome Organisation, alle Teilhaber entscheiden demokratisch wie das Kapital wiederum in andere Unternehmen — hauptsächlich Start-ups — investiert wird.

Sollte ein Investor gegen den demokratischen Beschluss sein, steht es ihm frei, sein Geld aus dem Fonds rauszuziehen und in ein Unterkonto zu verlegen. Ein Unbekannter hat genau diesen Vorgang ausgenutzt und nicht nur einmal, sondern vielfach ausgeführt — und damit auch ein Vielfaches seines eigenen Geldes aus dem Fond gezogen: Das System hatte nicht bemerkt, dass die Anteile bereits ausgegliedert waren. Der Angreifer häufte Anteile in Höhe von 53 Millionen US-Dollar an. Deshalb musste die komplette Community reagieren. Man entschied sich, einen Hard Fork durchzuführen, also eine Abspaltung vom eigentlichen System zu vorzunehmen. Dies kommt einer Währungsreform gleich. Durch ein Update der Software werden die Ether umgetauscht und ein neues System entsteht. Doch die ursprüngliche Blockchain läuft weiter, denn nicht alle Mitglieder der Community sind mit dem Fork einverstanden und so existiert nun ein weiteres System als Ethereum Classic neben dem immer noch als Ethereum gelisteten Nachfolger.

Bevor es im Sommer soweit war, ist der Abspaltung eine jahrelange Diskussion vorausgegangen. Diese war vielen Entwicklern aus der Bitcoin-Community zu niedrig, weshalb sie sich zur Entwicklung einer Bitcoin-Alternative entschieden haben. Das Problem mit den kleinen Blöcken ist nämlich, dass diese nur eine geringe Transaktionsrate zulassen: Das Limit von 1 MB lässt ca. Zu Beginn von Bitcoin war dies auch noch vollkommen ausreichend. In den Anfangstagen wurde diese Grenze selten erreicht. Deshalb hat ein Teil der Community beschlossen, ein Konkurrenzprodukt zu etablieren, das ein sehr viel höheres Limit zulässt. Miner, die dafür sorgen, dass Transaktionen getätigt werden können, nehmen inzwischen Gebühren von Nutzern, um deren Transaktionen zu priorisieren. Weniger Engpässe sorgen also auch für geringere Einnahmen. Geschadet hat der Fork weder Bitcoin noch Bitcoin Cash. Während der Kurs von Bitcoin immer weiter wächst, ist auch Bitcoin Cash gehandelt unter dem Kürzel BCH direkt hochgesprungen und liegt in puncto Marktkapitalisierung derzeit auf Platz 3, hinter Bitcoin und Ethereum.

So möchte man irgendwann die Geschwindigkeiten von Visa oder PayPal erreichen. Noch steckt das Projekt in den Kinderschuhen. Neben Bitcoin Cash hat sich mit Bitcoin Gold noch ein weiterer Hard Fork etabliert. Dieser versucht Mining durch ASICs zu unterbinden. Die Bitcoin-Alternative IOTA ist speziell für das Internet-of-Things IoT entwickelt worden. Grundsätzlich handelt es sich ebenfalls um eine anonyme und digitale Währung, aber statt auf die Blockchain setzt man auf ein mathematisches System, das Tangle genannt wird. Die Idee hinter IOTA ist, dass man die Transaktionsgebühren von Kryptowährungen, die aus dem Blockchain-Prinzip resultieren, vermeiden möchte. Bitcoin und ähnliche Alternativen basieren auf der Idee des Minings. Um Transaktionen durchzuführen, ist es notwendig, Rechenleistung innerhalb des Peer-to-Peer-Netzwerkes bereitzustellen. Dafür nehmen professionelle Miner teilweise hohe Stromkosten in Kauf. Damit sich dies weiterhin rentiert, ist ein Anreiz in Form von Gebühren notwendig. Tangle umgeht dieses Problem: Die Technologie basiert auf einem Directed Acyclic Graph DAG.

Das bedeutet im Umkehrschluss, dass das System kein Mining benötigt: Jeder Nutzer, der eine Transaktion durchführen möchte, ist verpflichtet, andere Transaktionen zu validieren. Prinzipiell können die Nutzer unendlich viele Transaktionen pro Sekunde durchführen. Dies ist besonders interessant, wenn man sich noch einmal den ursprünglichen Gedanken hinter IOTA vor Augen führt: Es soll vor allem eine Kryptowährung und ein Netzwerk für das Internet der Dinge sein. Wenn nicht nur jeder Internetnutzer, sondern auch jeder elektronische Gegenstand Teilnehmer im Netz ist und Transaktionen durchführt , ist eine unbegrenzte Skalierbarkeit unerlässlich. Das kann besonders bei mobilen Endgeräten Probleme verursachen. Deshalb wird schon jetzt spekuliert, dass sich Anbieter entwickeln könnten, die die Validierung gegen eine Gebühr übernehmen. Ein weiterer Kritikpunkt liegt in der Sicherheit : Um in der Blockchain einen Angriff zu starten, muss der Angreifer mehr als die Hälfte der Rechenleistung des kompletten Netzes bereitstellen. Da bei IOTA eine Überweisung nicht von allen Teilnehmern sondern nur vergleichsweise wenigen bestätigt werden muss, steigt dadurch die Wahrscheinlichkeit eines erfolgreichen Angriffs.

Bei der Bitcoin-Alternative Ripple handelt es sich ähnlich wie bei Ethereum nicht lediglich um eine eigene Kryptowährung. Tatsächlich versteht Ripple sich vielmehr als Plattform zum Austausch von Geld — egal, ob Krypto- oder traditionelle Währung. Daher wird Ripple von Zeit zu Zeit auch als Blockchain der Banken bezeichnet.

Den Banken soll es so möglich sein, Überweisungen — auch international — innerhalb von Sekunden abzuwickeln. Das Netz bei Ripple, und das ist ein weiterer Unterschied zu den anderen Systemen, ist nicht dezentral organisiert: Grundpfeiler des Systems sind vielmehr öffentlich einsehbare Datenbanken. In diesen wird jede einzelne Transaktion erfasst. Das Register liegt auf mehreren weltweit verteilten Servern und wird per Konsensalgorithmus stetig miteinander verglichen. Tatsächlich handelt man über Ripple weniger mit Geldbeträgen als vielmehr mit Schuldscheinen. Sogenannten Gateways — in den meisten Fällen Banken — tauschen daraufhin die Verpflichtungen in übliche Fiatwährungen um. Das Ripple-Netzwerk bietet allerdings auch eine eigene Kryptowährung: XRP oder auch Ripples genannt. Der Preis eines Ripples ist im Vergleich zu anderen Bitcoin-Alternativen sehr gering und hat nicht mal den Wert eines halben US-Dollars. Das liegt vor allem daran, dass Ripple unter den Altcoins und auch im Vergleich zu Bitcoin die meisten digitalen Münzen im Umlauf hat. Ursprünglich haben die Entwickler Milliarden XRP erzeugt und diese Anzahl soll sich laut Protokoll auch nicht ändern. Davon befinden sich aber nicht alle Ripples im Umlauf. Spekulanten handeln mit XRP genauso wie mit anderen Kryptowährungen, innerhalb des Ripple-Netzwerkes hat die Bitcoin-Alternative allerdings zwei Aufgaben.

Zum einen gilt die Währung als einziger Handelsgegenstand innerhalb des Netzwerkes, welcher kein Vertrauen voraussetzt. Um dies zu verstehen, muss man noch einmal einen Schritt zurückgehen und sich das Grundprinzip vor Augen führen: Prinzipiell werden über Ripple Schulden beziehungsweise IOUs zwischen den Gateways ausgetauscht. Wenn ein Nutzer Geld zu einer anderen Person senden möchte, zahlt er dieses beispielsweise bei einem Gateway ein, das Gateway sendet den Betrag aber nicht weiter, sondern weist das entsprechende Gateway des empfangenden Nutzers an, das Geld auszuzahlen. Damit verschuldet sich das eine Gateway bei dem anderen. Dafür muss Vertrauen zwischen den verhandelnden Parteien bestehen. Falls dies nicht vorhanden ist, können weitere Gateways zwischengeschaltet werden, die wiederum einander vertrauen. Diese Chain-of-Trust Vertrauenskette lässt aber die Transaktionskosten steigen. Deshalb ist es in einem solchen Fall möglich, auf XRP auszuweichen, den eigentlichen Betrag umzuwandeln und so Werte direkt zu übertragen — auch dies innerhalb von Sekunden. Der andere Nutzen von Ripples betrifft die Sicherheit: Transaktionen, die die beteiligten Parteien nicht in XRP durchführen, sind kostenpflichtig. Derzeit kostet eine Transaktion sogenannte 10 drops, was 0, XRP entspricht und damit dem winzigen Bruchteil eines US-Dollar gleichkommt.

Das besondere bei dieser Gebühr ist, dass niemand sie für sich beanspruchen kann. Die entsprechenden Ripples werden dabei einfach zerstört. Da die Entwickler keine neuen Münzen in das Netzwerk einspeisen, steigt der Wert von XRP im Verlauf der Zeit. Vermutlich wird dann allerdings auch die Transaktionsgebühr angepasst. Der Sinn hinter den Kosten ist nämlich, einen Schutz vor Spam , beziehungsweise Network-Flooding zu liefern.

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